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LORVIS

Die orange Tafel, in zwei Griffen aufgelöst

Gefahrnummer oben, UN-Nummer unten: Beides lässt sich eintippen. LORVIS nennt den Stoff, zeichnet seine Gefahrzettel, schreibt die Klasse aus, löst den Klassifizierungscode auf und sagt in fünf Rubriken, was zu tun ist. Der ADR-Bestand liegt auf dem Gerät – die Auskunft kommt auch dann, wenn an der Einsatzstelle kein Netz ist.

Der Zugriff

Drei Wege zum Stoff

Über die UN-Nummer
Die vierstellige Zahl auf der unteren Hälfte der Warntafel.
Über die Gefahrnummer
Die Zahl auf der oberen Hälfte. Sie wird sofort gedeutet – auch dann, wenn der Stoff gar nicht im Bestand steht.
Über den Namen
Wenn die Tafel nicht lesbar ist, aber der Frachtbrief vorliegt.
Die Stoffansicht zu Chlor: drei Gefahrzettel, die Bedeutung der Gefahrnummer und die ersten Maßnahmen
Aus der AnwendungUN 1017, Chlor – Haupt- und Nebengefahren auf einen BlickBeispieldaten – keine echten Einsatz- oder Objektdaten.

Ein Beispiel

Zwei Zahlen auf der Tafel – und das steht danach auf dem Tablet

Ein Kesselwagen an der Verladung, die orange Tafel trägt oben 268 und unten 1017. Mehr weiß die Besatzung in diesem Moment nicht.

Der Stoff
CHLOR
Gefahrzettel
2.3 Giftige Gase – die Hauptgefahr. Dazu 5.1 entzündend wirkend und 8 ätzend als Nebengefahren, in genau dieser Reihenfolge.
Gefahrnummer 268
Giftiges Gas, ätzend.
Klassifizierungscode 2TOC
Verflüssigtes Gas, giftig, oxidierend, ätzend – Zeichen für Zeichen aufgelöst.

Und darunter: was zu tun ist

GAMS steht als eine Zeile davor – es gilt bei jedem Gefahrgutunfall. Was hier folgt, gehört zu diesem Stoff. Die Sätze stehen wörtlich so in der Anwendung.

Was hier passiert
Schon geringe Mengen wirken über die Atemwege; manche Gase warnen nicht durch Geruch.
Schutz, bevor jemand herangeht
Umluftunabhängiger Atemschutz UND Chemikalienschutzanzug; ohne beides geht niemand vor.
Wenn der Stoff austritt
Sofort weiträumig absperren und die Ausbreitungsrichtung aus dem Wind bestimmen.
Wenn es brennt
Aus Deckung und mit möglichst großem Abstand kühlen.
Erste Hilfe
Betroffene sofort aus dem Bereich bringen, dabei selbst unter Atemschutz bleiben.

Die Auskunft

Nicht der Schlüssel, sondern was er bedeutet

„Klasse 2.3“, „Zettel 2.3+5.1+8“, „Code 2TOC“ – das steht in der ADR-Datenbank, und es hilft nur dem, der es ohnehin auswendig kann. LORVIS zeigt stattdessen den Gefahrzettel als Sinnbild, dazu die Klasse ausgeschrieben und den Klassifizierungscode Zeichen für Zeichen aufgelöst.

Alle Gefahrgutklassen mit ihrem Gefahrzettel, von Klasse 1 bis 9A
Aus der AnwendungJede Klasse mit ihrem Zettel – gezeichnet auf dem Gerät, nicht geladenBeispieldaten – keine echten Einsatz- oder Objektdaten.

Der Zettel, den die Besatzung schon gesehen hat

Dasselbe Quadrat auf der Spitze, das am Anhänger klebt – auf dem Tablet gezeichnet, nicht aus dem Netz geladen. Der erste ist die Hauptgefahr, die weiteren sind Nebengefahren, in der Reihenfolge, in der sie gelten.

Die Klasse im Klartext

Was die Klasse an der Einsatzstelle bedeutet, in einem Absatz, mit Beispielen, an denen man sie wiedererkennt.

Der Klassifizierungscode, aufgelöst

„2TOC“ heißt: verflüssigtes Gas, giftig, oxidierend, ätzend. In zwei Zeichen steht dort mehr über die Gefahr als im Stoffnamen.

Fünf Fragen, in der Reihenfolge der Einsatzstelle

Was hier passiert. Was angelegt wird, bevor jemand herangeht. Was bei Austritt zu tun ist, was bei Feuer, und was mit dem Verletzten. GAMS steht davor – als eine Zeile, weil es bei jedem Stoff dasselbe ist.

Zwischen den Einsätzen

Die Tafel lesen lernen, bevor man sie braucht

Solange nichts nachgeschlagen wird, steht auf der Seite eine Übersicht: die orange Warntafel mit ihren beiden Zahlen, vier Regeln, nach denen sich jede Gefahrnummer lesen lässt, beide Zifferntabellen und alle Gefahrgutklassen mit ihrem Zettel.

An der Einsatzstelle wird gesucht, nicht gelernt – dort tippt jemand eine Zahl und will eine Antwort. Deshalb verschwindet die Übersicht, sobald das Suchfeld etwas enthält.

Die Übersicht mit der orangen Warntafel und den vier Regeln zum Lesen einer Gefahrnummer
Aus der AnwendungDie Tafel und ihre vier Regeln – mit Beispielen aus der amtlichen TabelleBeispieldaten – keine echten Einsatz- oder Objektdaten.

Ehrlich gesagt

Was diese Hinweise sind – und was nicht

Die Angaben stammen aus dem ADR, die Maßnahmen aus der allgemeinen Feuerwehrlehre. Sie sind eine Orientierung für die ersten Minuten und ersetzen weder das Unfallmerkblatt im Fahrzeug noch die ERI-Card noch die Einsatzleitung. Dieser Satz steht auch in der Anwendung selbst, unter den Maßnahmen.

ERI-Cards liefert LORVIS nicht mit. Sie sind lizenzpflichtig; wo eine Organisation sie einsetzt, kommen sie über die bestehende Quelle und nicht aus unserem Bestand.

Der Grund

Warum offline hier besonders zählt

Ein Gefahrgutunfall passiert selten dort, wo das Netz gut ist – Bundesstraße, Gewerbegebiet, Bahnübergang. Und die ersten Minuten entscheiden über den Abstand, den man einhält.

Eine Nachschlagemöglichkeit, die dann eine Ladeanzeige zeigt, ist keine. Deshalb liegt der ADR-Bestand vollständig auf dem Gerät.

Nachgefragt

Häufige Fragen

›Ist der Bestand vollständig?
Er umfasst die ADR-Stoffliste; gesucht wird über UN-Nummer, Gefahrnummer und Stoffnamen. Wo die Datenbank die Untergruppe einer Klasse nicht führt – bei Gasen kommt das vor –, nennt LORVIS die Hauptgruppe und verweist auf den Zettel am Fahrzeug, statt eine Untergruppe zu raten. Ob ein Gas brennt, erstickt oder vergiftet, ist der Unterschied zwischen Wasser und keinem Wasser.
›Braucht die Anzeige Netz?
Nein. Die Gefahrzettel und die Warntafel sind gezeichnet und liegen im Programm, nicht auf einem Bildserver. Klassen, Leseregeln und Maßnahmen liegen ebenfalls auf dem Gerät.
›Woher kommen die Erklärungen und Maßnahmen?
Aus dem ADR – der Gefahrgutverordnung selbst – und aus der allgemeinen Feuerwehrlehre. Sie liegen auf dem Gerät und sind eine Orientierung für die ersten Minuten, kein Ersatz für Unfallmerkblatt, ERI-Card oder Einsatzleitung.
›Wird er aktualisiert?
Ja, über den regulären Datenabgleich – dieselbe Strecke, über die auch Ihre eigenen Daten auf das Gerät kommen.

Das Modul dazu

Gefahrgut – in jedem Tarif enthalten. Auf der Modulseite steht, was es tut, was es im Dienst ändert und für welche Organisation es gedacht ist.

Fragen dazu?

Testen Sie LORVIS 30 Tage mit vollem Funktionsumfang – oder lassen Sie sich das System in einer halben Stunde zeigen.