Begriffe aus dem Einsatzdienst
Korrekt erklärt: Begriffe aus Einsatzstelle und Führung wie MANV, Sichtung, Lagemeldung, Einsatzabschnitt, Bereitstellungsraum, Schadenskonto, Führungsstruktur und Führungsstab; Atemschutz mit FwDV 7, Rückzugsdruck und Überwachungstafel; Vorschriften und Normen, Gefahrgut, Löschwasser und Technik; dazu die Begriffe des Rettungsdienstes. Jeder Eintrag beantwortet die Frage in zwei Sätzen und vertieft dann – mit Grundlage, Bezug zur Praxis und verwandten Begriffen.
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30 Begriffe, nach Gebiet geordnet
Jeder Begriff hat eine eigene Seite mit der ausführlichen Erklärung, der Grundlage, wo es eine gibt, und dem Bezug zur Praxis.
Einsatzstelle und Führung
- MANVMassenanfall von Verletzten
- Ein MANV ist ein Schadensereignis mit so vielen Verletzten oder Erkrankten, dass die verfügbaren Rettungsmittel nicht ausreichen, um alle gleichzeitig nach dem üblichen Standard zu versorgen. Die Versorgung wird deshalb vorübergehend priorisiert.
- SichtungPriorisierung nach Behandlungsdringlichkeit
- Sichtung ist die ärztliche oder notfallmedizinische Beurteilung, in welcher Reihenfolge Patienten behandelt und transportiert werden. Sie ordnet jeden Patienten einer Sichtungskategorie zu.
- MELDENSchema für die Lagemeldung
- MELDEN ist ein Merkschema für den Aufbau einer Lagemeldung: Meldender, Einsatzstelle, Lage, Durchgeführte Maßnahmen, Eingesetzte Einheiten, Nachforderungen. Es sorgt dafür, dass eine Meldung vollständig und in immer gleicher Reihenfolge abgesetzt wird.
- AAOAlarm- und Ausrückeordnung
- Die AAO legt fest, welche Einsatzmittel bei welchem Stichwort alarmiert werden. Sie ist die Übersetzung von „was ist passiert" in „wer fährt".
- EinsatzabschnittGliederung der Einsatzstelle
- Ein Einsatzabschnitt ist ein räumlich oder fachlich abgegrenzter Teil einer Einsatzstelle mit eigener Führung. Er begrenzt die Führungsspanne der Einsatzleitung.
- RückzugsdruckFlaschendruck, bei dem der Rückweg beginnt
- Der Rückzugsdruck ist der Flaschendruck, bei dem ein Atemschutztrupp spätestens den Rückweg antreten muss. Er folgt aus dem Grundsatz, für den Rückweg mindestens die doppelte Atemluftmenge des Hinwegs einzuplanen.
- AtemschutzüberwachungstafelTafel für die Registrierung der Atemschutztrupps
- Die Atemschutzüberwachungstafel ist das klassische Hilfsmittel der Atemschutzüberwachung: eine Tafel mit Feldern je Trupp für Namen, Uhrzeiten, Drücke und Auftrag, oft mit eingebauten Uhren oder Zeitmessern. Sie hält fest, wer unter Atemschutz vorgeht und seit wann.
- LagemeldungBericht über die Lage an der Einsatzstelle
- Eine Lagemeldung ist die strukturierte Rückmeldung der Einsatzleitung an die Leitstelle oder die übergeordnete Führung: was vorgefunden wurde, was getan wird, was gebraucht wird. Die erste folgt in der Regel kurz nach dem Eintreffen, weitere bei jeder wesentlichen Änderung.
- BereitstellungsraumSammelort für Kräfte in Reserve
- Ein Bereitstellungsraum ist ein festgelegter Ort in der Nähe der Einsatzstelle, an dem nachgeforderte oder noch nicht eingesetzte Kräfte gesammelt und bereitgehalten werden. Von dort ruft die Einsatzleitung sie gezielt ab.
- SchadenskontoBuchführung über eine einzelne Schadensstelle
- Ein Schadenskonto fasst bei einer größeren Lage alles zu einer einzelnen Schadensstelle zusammen: was geschehen ist, welche Kräfte und Mittel dort gebunden sind, welche Maßnahmen laufen und wie der Stand ist. Jedes Konto trägt eine Nummer, unter der die Stelle geführt wird.
- FührungsstrukturWer an der Einsatzstelle wen führt
- Die Führungsstruktur beschreibt, wer an einer Einsatzstelle wen führt: Einsatzleitung, Abschnittsleitungen und die unterstellten Einheiten. Sie ergibt sich aus der Größe der Lage und wächst mit ihr.
- FührungsstabStab mit Sachgebieten S1 bis S6
- Ein Führungsstab unterstützt die Einsatzleitung bei großen und lang andauernden Lagen. Er ist in Sachgebiete gegliedert, die jeweils einen Teil der Führungsarbeit übernehmen.
Rettungsdienst
- First ResponderHelfer vor dem Rettungsmittel
- Ein First Responder ist eine qualifizierte Einheit, die bei einem medizinischen Notfall vor dem Rettungsdienst eintrifft und das therapiefreie Intervall überbrückt. Getragen wird sie häufig von der Feuerwehr oder einer Hilfsorganisation.
- Helfer vor OrtHvO – ortsnahe Erste Hilfe bis zum Rettungsdienst
- Helfer vor Ort sind ehrenamtliche Kräfte, die bei einem Notfall in der eigenen Ortschaft ausrücken und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes qualifizierte Erste Hilfe leisten. Sie transportieren nicht.
- XABCDESchema für den strukturierten Erstbefund
- XABCDE ist ein Untersuchungsschema, das den Erstbefund in einer festen Reihenfolge abarbeitet: kritische Blutung, Atemweg, Belüftung, Kreislauf, Bewusstsein und Umgebung. Die Reihenfolge folgt der Bedrohlichkeit.
- SAMPLERSSchema für die Notfallanamnese
- SAMPLERS ist ein Merkschema für die Anamnese: Symptome, Allergien, Medikamente, Vorerkrankungen, letzte Mahlzeit, Ereignis, Risikofaktoren und Schwangerschaft. Es strukturiert das Gespräch mit dem Patienten oder den Angehörigen.
- Glasgow Coma ScaleGCS – Maß für die Bewusstseinslage
- Die Glasgow Coma Scale bewertet Augenöffnen, verbale Reaktion und motorische Reaktion und ergibt eine Summe zwischen 3 und 15. Sie beschreibt die Bewusstseinslage nachvollziehbar statt in Worten wie „somnolent".
- NACA-ScoreEinschätzung der Schwere von 0 bis 7
- Der NACA-Score stuft die Schwere einer Erkrankung oder Verletzung von 0 (keine Verletzung) bis 7 (Tod) ein. Er dient der Einsatzauswertung und dem Vergleich, nicht der Behandlungsentscheidung am Patienten.
- DIVI-EinsatzprotokollBundesweit einheitlicher Dokumentationsbogen
- Das DIVI-Einsatzprotokoll ist ein von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin herausgegebener, bundesweit einheitlicher Bogen für die notfallmedizinische Einsatzdokumentation. Es gliedert Befund, Diagnose, Maßnahmen und Verlauf in einer festen Struktur.
- PZCPatientenzuweisungscode für die Voranmeldung
- Ein Patientenzuweisungscode ist eine sechsstellige Zahl für die Voranmeldung in der Klinik: drei Stellen Rückmelde-Indikation, zwei Stellen Alter, eine Stelle Behandlungsdringlichkeit. Die aufnehmende Klinik weiß damit vor dem Eintreffen, worauf sie sich einstellt.
Vorschriften und Normen
- FwDV 7Feuerwehr-Dienstvorschrift Atemschutz
- Die FwDV 7 regelt den Einsatz unter Atemschutz: Voraussetzungen, Überwachung, Rückzugsgrenzen. Sie ist die Grundlage der Atemschutzüberwachung an der Einsatzstelle.
- DV 102Taktische Zeichen
- Die Dienstvorschrift 102 legt die taktischen Zeichen für Führungskräfte fest – Einheiten, Fahrzeuge, Einrichtungen und Maßnahmen als genormte Symbole. Sie macht eine Lageskizze über Organisationsgrenzen hinweg lesbar.
- DIN 14095Norm für Feuerwehrpläne
- Die DIN 14095 regelt Aufbau und Inhalt von Feuerwehrplänen für bauliche Anlagen. Sie beschreibt unter anderem Zufahrten, Löschwasserentnahmestellen, Brandabschnitte und besondere Gefahren.
Gefahrgut
- ADREuropäisches Übereinkommen über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße
- Das ADR regelt, wie gefährliche Güter auf der Straße befördert und gekennzeichnet werden. Daraus stammen die orange Warntafel, die UN-Nummern und die Gefahrnummern.
- UN-NummerVierstellige Stoffnummer
- Die UN-Nummer ist eine vierstellige Zahl, die einen gefährlichen Stoff oder eine Stoffgruppe eindeutig bezeichnet. Sie steht auf der unteren Hälfte der orangen Warntafel.
- GefahrnummerKennzeichnung der Gefahrenart
- Die Gefahrnummer steht auf der oberen Hälfte der orangen Warntafel und beschreibt die Art der Gefahr. Die erste Ziffer nennt die Hauptgefahr, weitere Ziffern zusätzliche Gefahren.
Technik und Infrastruktur
- LöschwasserentnahmestelleHydrant, Saugstelle oder Zisterne
- Eine Löschwasserentnahmestelle ist jede Stelle, an der die Feuerwehr Löschwasser entnehmen kann – Unter- und Überflurhydranten, offene Gewässer mit Saugstelle, Löschwasserbehälter und Zisternen.
- FMSFunkmeldesystem und FMS-Status
- Das FMS überträgt den Status eines Einsatzfahrzeugs als einstellige Ziffer, statt ihn im Sprechfunk durchzugeben. Jede Ziffer hat eine feste Bedeutung, von Status 1 „einsatzbereit über Funk" bis Status 8 „am Zielort".
- PWAInstallierbare Webanwendung
- Eine Progressive Web App ist eine Anwendung, die im Browser läuft, sich aber wie eine App installieren lässt und offline funktioniert. Sie braucht keinen App-Store.
- HydrantEntnahmestelle am Wasserrohrnetz
- Ein Hydrant ist eine Armatur am Wasserrohrnetz, an der die Feuerwehr Löschwasser entnehmen kann. Unterschieden werden Unterflurhydranten, die unter einer Straßenkappe im Boden liegen, und Überflurhydranten, die als Säule über dem Boden stehen.