Sichtung
Sichtung ist die ärztliche oder notfallmedizinische Beurteilung, in welcher Reihenfolge Patienten behandelt und transportiert werden. Sie ordnet jeden Patienten einer Sichtungskategorie zu.
Priorisierung nach Behandlungsdringlichkeit
Die Kategorien sind farblich genormt. Bei einem MANV ist die Farbe die Auskunft – wer sie anders vergibt, macht seine Anhängekarte für jeden unlesbar, der nicht aus derselben Organisation kommt.
Üblich sind vier Kategorien: I (rot) für eine akute vitale Bedrohung mit sofortiger Behandlung, II (gelb) für schwer Verletzte oder Erkrankte, deren Behandlung aufgeschoben werden kann, III (grün) für leicht Verletzte und IV (blau) für Patienten ohne Überlebenschance, die betreuend versorgt werden. Verstorbene werden gesondert gekennzeichnet. Die Kategorie IV wird nicht überall angewandt.
Sichtung ist kein einmaliger Vorgang. Der Zustand eines Patienten ändert sich und mit ihm die Kategorie – deshalb wird wiederholt gesichtet, an der Patientenablage, am Behandlungsplatz und vor dem Transport. Vor der ärztlichen Sichtung steht häufig eine Vorsichtung durch Rettungsfachpersonal nach einem festen Ablaufschema.
Eine Anhängekarte begleitet jeden Patienten mit einer eindeutigen Kennung vom Fundort bis zur Klinik. Sie verhindert, dass derselbe Mensch zweimal gezählt oder gar nicht erfasst wird, und trägt die Kategorie sichtbar mit.
Grundlage: DIN 13050 (Begriffe im Rettungswesen)
In LORVIS
Das Modul Patienten erfasst jede Person mit Sichtungskategorie, Verbleib und Zielklinik, auch ohne Netz. Patientendaten werden nach 30 Tagen automatisch gelöscht – auch von den Geräten.
Modul: Patienten
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