Atemschutzüberwachung per Tablet nach FwDV 7
LORVIS führt die Atemschutzüberwachung auf dem Tablet: Trupps anlegen, Drücke melden, und nach jeder Meldung rechnet sich der Rückzugsdruck neu – aus dem, was der Trupp bis dahin tatsächlich verbraucht hat. Die Restzeit folgt aus dem gemessenen Verbrauch. Das Ganze läuft auf dem Gerät, auch ohne Netz, und mehrere Geräte sehen denselben Stand.
Die Ausgangslage
Was die Tafel nicht rechnet
Die Atemschutzüberwachung ist der Teil des Einsatzes, in dem ein Rechenfehler am wenigsten verziehen wird.
Auf der Überwachungstafel stehen Namen, Uhrzeiten und Drücke. Gerechnet wird im Kopf – wie viel der Trupp verbraucht hat, wann er zurück muss, wie lange die Luft noch reicht. Das geht, solange ein Trupp draußen ist und die überwachende Kraft nichts anderes zu tun hat.
Mit drei Trupps, einem Sicherheitstrupp und Funkverkehr nebenher wird aus der Rechnung eine Schätzung. LORVIS nimmt die Rechnung ab und lässt der überwachenden Kraft das, was keine Software kann: den Trupp im Blick behalten und nachfragen.

Die Rechnung
Der Rückzugsdruck nach der Zwei-Drittel-Regel
Für den Rückweg wird nach dem Grundsatz der FwDV 7 mindestens die doppelte Atemluftmenge des Hinwegs eingeplant. Der Rückweg wird unter Belastung gegangen, oft mit einer geretteten Person, und selten schneller als der Hinweg.
LORVIS setzt das wörtlich um: Der Rückzugsdruck ist das Doppelte dessen, was der Trupp seit dem Anschließen verbraucht hat. Er wächst mit jeder Meldung, während der gemeldete Druck fällt. Beide treffen sich bei zwei Dritteln des Anschlussdrucks – dort ist der Rückzug spätestens fällig. Eine feste Zahl auf der Tafel kennt diesen Zusammenhang nicht.
- Der schwächste Vorrat zählt
- Der Trupp geht gemeinsam zurück. Maßgeblich ist deshalb der niedrigste Druck im Trupp – über alle Meldungen, nicht nur die letzte. Ein später höher abgelesener Wert verbessert die Schwelle nicht.
- Ziel erreicht
- Meldet der Trupp das Ziel, steht der Hinweg fest. Was er dort arbeitend verbraucht, verlängert den Rückweg nicht.
- Eine Untergrenze
- Solange kaum etwas verbraucht ist, zeigt die Anzeige eine feste Untergrenze statt eines Werts nahe null.
Die Zeit
Restzeit aus dem gemessenen Verbrauch
Aus den Druckmeldungen ergibt sich, wie schnell der Trupp seine Luft verbraucht. Daraus rechnet LORVIS laufend mit, wann der Rückzug angetreten sein muss – von der letzten Meldung aus, auf den Treffpunkt zu, und nicht mit einem Tabellenwert für „durchschnittliche Belastung".
Solange noch zu wenig gemessen ist, rechnet LORVIS mit einer Annahme und schreibt das dazu: „angenommen" statt „gemessen". Wer den Unterschied nicht sieht, hält eine Annahme für eine Messung. Die Uhr läuft erst ab dem Anschließen; ein ausgerüsteter Trupp mit geschlossener Flasche zählt noch keine Minute unter Atemschutz. Die Erinnerung an die nächste Druckabfrage läuft mit sichtbarem Countdown mit.
Im Ablauf
Truppvorlagen, ein Druckwert, mehrere Geräte
Trupps aus Vorlagen
„Trupp anlegen" schlägt die Truppvorlagen Ihrer Organisation vor – Name und, wenn hinterlegt, die Funkrufgruppe. Sechs Standardvorlagen sind mitgeliefert, Trupp 1 bis 3 und Sicherheitstrupp 1 bis 3; im Verwaltungsportal ergänzen und ändern Sie sie. Wer die Überwachung führt, wird einmal festgelegt und steht an allen laufenden Trupps.
Ein Wert je Meldung
Eine Druckmeldung fragt standardmäßig nur den niedrigsten Druck im Trupp ab – das ist der Wert, der zählt. Bei Bedarf schaltet ein Knopf auf „je Träger einzeln" um. Jedes Druckfeld bietet eine Vorschlagsliste statt einer nackten Zahlentastatur, der nächstliegende Wert steht oben.
Ohne Netz
Die Überwachung läuft vollständig auf dem Gerät. Eine Meldung wird sofort eingerechnet, auch im Keller einer Tiefgarage. Was ohne Verbindung eingetragen wird, geht später vollständig und in der richtigen Reihenfolge nach.
Mehrere Geräte
Trägt ein zweites Tablet Drücke ein, etwa am Atemschutz-Sammelplatz, sieht die Überwachung sie bei bestehender Verbindung binnen rund 15 Sekunden, solange ein Trupp läuft. Der Rückzugsdruck wird dabei auch auf dem Server fortgeschrieben: Portal und Gerät zeigen dieselbe Zahl.
Danach
Nachbereitung im Portal
Zurückliegende Überwachungen lassen sich im Verwaltungsportal nachvollziehen – Trupps, Meldungen und Zeiten. Im Personalbestand steht, wessen Nachweis für den Einsatz unter Atemschutz abgelaufen ist; an der Einsatzstelle sehen Sie es, bevor jemand angeschlossen wird.
Die Grenzen
Was es nicht ist
Kein Ersatz für die überwachende Kraft. LORVIS rechnet; entscheiden, nachfragen und den Rückzug anordnen tun Menschen. Die Regeln der FwDV 7 und die Vorgaben Ihrer Organisation gelten unverändert.
Keine Messung am Gerät. LORVIS liest keine Drücke aus den Atemschutzgeräten aus. Gerechnet wird mit dem, was der Trupp meldet.
Ein Zusatzmodul. Die Atemschutzüberwachung steckt nicht in jedem Tarif – der Kasten unten sagt, wie sie dazukommt.
Nachgefragt
Häufige Fragen
›Ist die Atemschutzüberwachung mit LORVIS FwDV-7-konform?
›Warum ist der Rückzugsdruck keine feste Zahl?
›Funktioniert das im Funkloch?
›Können zwei Tablets denselben Trupp führen?
›Was kostet die Atemschutzüberwachung?
Das Modul dazu
Atemschutzüberwachung – eines der drei frei wählbaren Zusatzmodule, sonst 12 € je Gerät und Jahr. Auf der Modulseite steht, was es tut, was es im Dienst ändert und für welche Organisation es gedacht ist.
Selbst ansehen
Wie Trupps angelegt, Drücke gemeldet und Vorlagen gepflegt werden, steht Schritt für Schritt im Handbuch: Atemschutzüberwachung im Fahrzeug und Nachbereitung und Truppvorlagen im Portal. Die Begriffe dahinter: Rückzugsdruck, Atemschutzüberwachungstafel und FwDV 7. Die übrige Einsatzführung unter Einsatzführung.